Sonderregelung Fähre oder Zug
                                                       Zuletzt Aktualisiert am 18.01.2014

Hallo Kolleginnen und Kollegen,


hier Informationen zur Sonderregelung Fähre/Zug.
Es gibt drei Sonderregelungen ...

- Mehrfahrerbesatzung
- Artikel 12 und
- Fähre / Zugfahrt

Sonderregelung Fähre/Zug

Diese Sonderreglung kann zur Anwendung kommen wenn das Fahrzeug
auf ein Schiff oder Zug verladen wird und vom Fahrer begleitet wird.

Durch die Anwendung der Sonderregelung "Fähre/Zug" kann der Fahrer
eine regelmäßige tägliche Ruhezeit in diese (Über)Fahrt einbauen.
Dazu muss nicht zwingend die gesamte Ruhezeit auf der Fähre/Zug
verbracht werden.

- Die Ruhezeit kann in bis zu DREI Abschnitten genommen werden
- Die Ruhezeit darf bis zu 2 x unterbrochen werden
- Die Unterbrechungen sind auf zusammen max. 60 min beschränkt

Er darf also zweimal seine Ruhezeit unterbrechen. Z.B. für ...

- Grenzabfertigung
- Abwicklung Fährbetrieb
- Wartebereich vor Verladung
- Fahrt auf oder von der Fähre oder Zug

Die Unterbrechung darf max. 60 min betragen b.z.w. bei zwei Unter-
brechungen zusammen max. 60 min. Die Unterbrechungen zählen NICHT
zur Ruhezeit und sind heraus zurechnen!

Wird die "Unterbrechung" in Anspruch genommen, kann diese
"vor und nach" der Fährüberfahrt liegen oder komplett vor der
Überfahrt oder komplett nach der Überfahrt liegen.

Beachte aber, dass mind. 11 Stunden anrechenbare Ruhezeit erreicht
werden müssen!
Ruhezeit an Land + der auf der Fähre/Zug - Unterbrechung = 11 Stunden!

D.h. - liegen die Ruhezeiten (an Land und auf Zug/Fähre) unter 11 Stunden
ist keine Anwendung dieser Sonderregelung möglich!
(Zum Mehrfahrerbetrieb siehe unten)

Um den Fähr/Zugmodus nachzuweisen muss aber mind. ein Teil der
Ruhezeit auch auf einer Fähre oder Zug verbracht worden sein. Es
muss während der gesamten Dauer der Ruhezeit eine Schlafkabine oder
Liegeplatz zur Verfügung stehen.

- Schlafkabine im Bus für den Teil Ruhezeit an Land
- Koje Schiff
- Liegeplatz Zug

!Achtung!
Im "out of scope" Modus darf nicht auf Fähre oder Zug gefahren werden!

!Achtung!
In welchem Moment auf "Zug/Fähre" geschaltet werden muss ist nicht
geregelt. Wie in vielen anderen Bedienschritten des Digi findet man
hier leider mehrere unterschiedliche Hinweise zur Verfahrensweise in der
einschlägigen Literatur.


Hier zwei unterschiedliche Varianten aus der Literatur ...

Die Zeitgruppensymbole werden wie folgt eingestellt:

Variante 1

Ruhezeiten
- außerhalb der Fähre/Zug = Ruhezeitsymbol
- auf der Fähre/Zug = Eingabe Fahrzeug - Fähre/Zug - Ruhezeitsymbol

Unterbrechungen
- außerhalb der Fähre/Zug =  Zeitgruppenschalter "Arbeiten"
- auf der Fähre/Zug = Eingabe Fahrzeug - Fähre/Zug - Arbeiten

Achtung!
Mit jeder Fahrzeugbewegung springt das Digi automatisch auf "lenken".
Es ist also unbedingt nach Abschluss der Rangierbewegungen wieder
wie oben beschrieben zu verfahren.

Sind die 11 Stunden Ruhezeit erreicht muss nichts eingestellt werden.


Variante 2

Sofort bei Ankunft Hafen oder Wartebereich = Eingabe - Fähre/Zug
Diese Einstellung wird bis zum erreichen der 11 Stunden Ruhezeit
beibehalten.

Ruhezeiten
Eingabe Fahrzeug - Fähre/Zug - Ruhezeitsymbol

Unterbrechungen
- Eingabe Fahrzeug - Fähre/Zug - Arbeiten

Achtung!
Mit jeder Fahrzeugbewegung springt das Digi automatisch auf "lenken".
Es ist also unbedingt nach Abschluss der Rangierbewegungen wieder
wie oben beschrieben zu verfahren.

Sind die 11 Stunden Ruhezeit erreicht muss nichts eingestellt werden.


Tachoscheibe:
Vermerk auf der Scheibenrückseite bei manuellen Tacho und umstellen
der Zeitgruppenschalter von Hand.
Schaublatt auf der Rückseite beschriften!
- Artikel 9 Fährenregelung
- Fährüberfahrt von ...nach ...

Durch das einstellen Fähre/Zug b.z.w. das beschriften wird die
Sonderregelung dokumentiert und zählt in Verbindung mit der restlichen
an Land genommenen Ruhezeit als "regelmäßige Ruhezeit", wenn ...

- die Summe 11 Stunden ergibt
- mind. ein Teil der 11 Stunden auf einer Fähre/Zug verbracht wurde
und
- nicht mehr als 2x für max. 60 min unterbrochen wurde

Jetzt kann der Fahrer seine Fahrt zum Ziel fortsetzen - ihm steht
wieder eine komplette Tageslenkzeit zur Verfügung.


Noch ein wichtiger Hinweis:

Die Sonderregelung "Fähre/Zug" muss NICHT zwingend angewandt werden
wenn man auf eine Fähre oder Zug auffährt. Wer sein Ziel innerhalb
der zulässigen Lenkzeit plus Lenkzeitunterbrechungen, unter Beachtung
der anschließend geforderten Tagesruhezeit erreicht ...
... drückt einfach das Ruhezeitsymbol



Ein Beispiel für die Anwendung "Sonderregelung Fähre/Zug"


Ruhezeit Teil 1 = 2 Stunden

Ankunft 2 Stunden vor der Verladung.
Diese 2 Stunden nutzt der Fahrer bereits als Ruhezeit.
Bedingung: Fahrzeug hat Schlafkabine

Unterbrechung 1. Teil = 30 min

Der Fahrer unterbricht die Ruhezeit für
- Grenzabfertigung
- Abwicklung Fährbetrieb
- Wartebereich vor Verladung
- Fahrt auf die Fähre oder Zug

Ruhezeit Teil 2 = 7 Stunden Fährüberfahrt

Diese 7 Stunden nutzt der Fahrer als Ruhezeit.
Bedingung: Schlafkabine

Unterbrechung 2. Teil = 30 min

Der Fahrer unterbricht die Ruhezeit für
- Fahrt von der Fähre oder Zug
- Grenzabfertigung
- Abwicklung Fährbetrieb
- Wartebereich nach Verladung

Ruhezeit Teil 3 = 2 Stunden

Auf dem Parkplatz nach der Entladung angekommen setzt der Fahrer
seine Ruhezeit fort ... In diesem Fall noch mal 2 Stunden

Den 3. Teil muss er nehmen, weil erst dann mind. 11 Stunden
anrechenbare Ruhezeit erreicht sind!
Die 1. und 2. Unterbrechung (gesamt 1 Stunde) zählen NICHT zur Ruhezeit
und sind heraus zurechnen!


Jetzt kann der Fahrer seine Fahrt zum Ziel fortsetzen - ihm steht wieder
eine komplette Tageslenkzeit zur Verfügung.

Wie verhält sich eine Besatzung im Mehrfahrerbetrieb?

Durch die Anwendung der Sonderregelung "Fähre/Zug" kann ein Fahrer
eine regelmäßige tägliche Ruhezeit von 11 Stunden mit max. zweimaliger
Unterbrechung von max. 1 Stunde in diese (Über)Fahrt einbauen.
Im Mehrfahrerbetrieb reichen aber bereits 9 Stunden Ruhezeit.
Daraus leite ich aber NICHT ab, dass auch in diesen 9 Stunden zwei
Unterbrechungen möglich wären.
Auch wenn diese 9 Stunden nicht als verkürzte Ruhezeit gelten, schreibt
die Sonderreglung ausdrücklich vor, dass bei einer Ruhezeit
unter 11 Stunden keine Unterbrechungen  möglich sind!
Hier empfehle ich für Mehrfahrerbesatzungen die 11 Stunden einzuhalten.
Beachte!
Beide Karten sollten stecken und die entsprechenden Zeitsymbole
eingestellt werden damit der Mehrfahrerbetrieb nicht zerstört wird.

Aber Achtung!
Ich habe in der einschlägigen Literatur folgendes gefunden ...

Der Zweck der Vorschrift (Unterbrechung mit bis zu DREI Abschnitten)
soll Rangierbewegungen auf der Fähre/Zug oder an Land möglich
machen. Deshalb spielt es keine Rolle ob im Einzelfahrer- oder
Mehrfahrerbetrieb gefahren wird. Im Falle einer Doppelbesatzung soll
also auch die Ruhezeit unter 11 Stunden bis min. 9 Stunden bis zu
zweimal unterbrochen werden können. Allerdings sind hier nicht zwei
Stunden (je Fahrer eine) sondern max. EINE Stunde möglich.
Diese eine Stunde steht beiden Fahrern nur gemeinsam zu!

In einem weiteren Kommentar wurde genau dies nicht bestätigt!
Mit dem Verweis auf die "Regelmäßige Tägliche Ruhezeit" - also
mind. 11 Stunden - fällt die 9 Stunden Regel im Mehrfahrerbetrieb raus.
Um diese abweichende Regelung in Anspruch zu nehmen, müssen Fahrer im Mehrfahrerbetriebs eine regelmäßige tägliche Ruhezeit von
mindestens 11 Stunden einhalten.

Hier kann ich aus der Praxis nichts beisteuern - ich weiß also nicht
welche Verfahrensweise die Kontrolleure akzeptieren.
Ungeachtet dessen sehe ich Probleme wenn z.B. an Land ein Ruhezeitabschnitt genommen werden sollte ...
... es müssten zwei Schlafkabinen vorhanden sein?
Im übrigen ist die Anwendung dieser Sonderregelung im Mehrfahrerbetrieb
wohl eher ohne Bedeutung. (Zeitfenster 21 Stunden)

Beachte!
Die genomme Ruhezeit (Fähre/Zug-Regelung) muss incl. aller
Unterbrechungen (max. 1 Std) innerhalb von 24 Std liegen !!!
Die Lenkzeiten während den max. 2 Unterbrechungen werden nach Maßgabe
der Verordnung nicht zur täglichen Lenkzeit hinzugerechnet.
Allerdings sind diese für die zulässigen Lenkzeiten in der Woche
und Doppelwoche zu berücksichtigen.

Was ist zu tun bei nicht geplanter 3. Unterbrechung?

Ein zwischenzeitliches Rangieren auf der Fähre auf Anweisung des
Bordpersonals würde u.U. eine dritte Unterbrechung notwendig machen.
Diese "wenigen" Minuten könnten die Sonderregelung zerstören!
Hier kann nach Leitlinie 3 verfahren werden.

Leitlinien

Angewiesene Unterbrechung dokumentieren!

       

 

Infos zu Lenk- und Ruhezeiten
 

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